Wettbewerb Neubau ADMINISTRATION FH-Aachen

Wettbewerb März 2010

Ausschreibungstext des Wettbewerbs

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen Niederlassung Aachen plant den Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Fachhochschule Aachen.

Die Verwaltung der Fachhochschule Aachen ist derzeit auf 4 Liegenschaften in Aachen verteilt.
Die Hochschulleitung (Dezernat Z), sowie das Personaldezernat (Dezernat I), ein Teil des Dezernates II sowie die Dezernate III, VI sind in Kalverbenden 6 untergebracht. Das Dezernat V (Bereich Datenschutz, Justiziariat, Akademisches Auslandsamt) ist auf diesen Standort und die Hohenstaufenallee 10 verteilt. Im Boxgraben 98-100 befindet sich zurzeit das Dezernat IV. Das Studierendensekretariat des Dezernates II ist in der Stephanstraße 58-62 untergebracht.

Der Neubau soll künftig die gesamte Verwaltung der Fachhochschule mit 126 Arbeitsplätzen auf einer Nutzfläche von ca. 3.350m² bündeln.
Er soll auf dem Vorplatz des Fachhochschulgebäudes in der Bayernallee errichtet werden.

Baukörper
Der Verwaltungsbau gliedert sich in drei kubische vier- und fünfgeschossige Baukörper wodurch er sich gut in den städtebaulichen Raum einfügt. Im schmalen mittleren fünfgeschossigen Riegel liegen außenseitig jeweils die Treppenhäuser zur vertikalen Erschließung. In Richtung des bestehenden Verwaltungsgebäudes befindet sich ein viergeschossiger in der Achse 13,50m breiter und 45,90m langer zweihüftiger Büroriegel. Straßenseitig schließt ein kubischer Baukörper mit 18,90m auf 20,25m Achsmaß an, der die Flucht des Bestandes aufnimmt.

Konstruktion
Das Gebäude ist als Stahlverbundbau mit nichttragenden Außenwänden und vorgehängten wartungsarmen Fassaden mit wechselnden Materialien konzipiert. Durch wenige tragender Innenstützen und aussteifende Wände und Wandteile ist auf dem Grundraster von 2,70 m , bzw. bis 67,50 cm eine flexible Aufteilung des Innenraumes mit Trockenbauwänden oder versetzbaren Trennwandsystemen möglich und eine Umgestaltung oder Drittnutzung auch von Teilbereichen jederzeit denkbar. Durch das 2,70er Raster ist eine Büromöblierung gemäß geltender Vorschriften auch in kleinen Büroeinheiten möglich. Großzügige raumhohe Fenster und Fensterbänder mit einer Brüstungshöhe von 80cm ermöglichen eine langfristig flexible Aufteilung der Büros und eine helle Arbeitsatmosphäre. Oberlichter über den Türen und teilweise verglaste Flurelemente mit Trockenbauelementen oder Systemtrennwänden ermöglichen von Tageslicht beleuchtete helle Flure.

Gebäudetechnik
Mit Dämmstärken von 16cm im Fassadenbereich und einer Energieversorgung im Niedertemperaturbereich für die Flächenheizung und -kühlung werden Forderungen über die  EnEV 2009 hinausgehend und Vorgaben des EEWärmeG erfüllt. In den Büroetagen ist ein Hohlraumboden vorgesehen, in dem sowohl die Heizung als auch die Grundkühlung integriert ist. Bei Bedarf, der sich aus der Raumnutzung ergibt, befinden sich Lüftungsleitungen sowie weitere Split- oder Kühlgeräte zur Umluftkühlung in der Decke. Strom- und EDV-Verkabelungen werden in Rinnen im Doppelboden verlegt und über Bodentanks an die Arbeitsplätze geführt.  Durch den Doppelboden ist eine Nachinstallation jederzeit möglich. Kabelkanäle, die aus schallschutztechnischen Gründen und wegen schlechter Nachinstallationsmöglichkeiten nachteilig sind, sind nicht geplant. Bei Bedarf wird der Hohlraum im Boden mit Rauchmeldern überwacht. Zur Beleuchtung sind in den Fluren Downlights, in Büros Stehlampen oder Pendelleuchten und in Besprechungsräumen ebenfalls Pendelleuchten oder integrierte Deckenleuchten vorgesehen.

Die vertikale Führung der Gebäudetechnischen Installationen erfolgt über einen durchgehenden, zentral angeordneten und begehbaren Schacht am Treppenhaus 2. Die zentral in den Etagen übereinander angeordneten Versorgungseinrichtungen sind innenliegend im Kernbereich untergebracht, wodurch die Leitungswege kurz gehalten werden.
Sofern es wegen der nahegelegenen Thermalquellen erlaubt wird, soll die Energieversorgung über Erdsonden und eine Sole-Wärmepumpe erfolgen. Alternativ ist auch der Einsatz von Luftwärmepumpen denkbar.

Gebäudeautomation
Zur Steuerung und Überwachung der Gebäudetechnik ist eine Automationstechnik vorgesehen, technisch möglich vom einfachen Bedientableau bis zur komplexen DDC-Steuerung. Das Gebäude kann über einzelne Regelzonen im Gebäuderaster von 2,70m flexibel geheizt oder gekühlt werden. Während in der Nordzone beispielsweise noch geheizt wird, kann in der Südzone schon gekühlt werden. Die Bedienung und Einstellung der gewünschten Raumtemperatur ist raumweise über Raumtemperaturregler gewährleistet und somit vom Nutzer individuell zu steuern.  Ein Fensterkontakt schaltet im Raum Heizung, Kühlung und Lüftung aus, wenn das Fenster geöffnet wird. Die elektrisch betriebenen außen liegenden Sonnenschutzrollos mit integrierter Tageslichtlenkung können individuell und raumweise gesteuert werden und sind an eine Zentralsteuerung angeschlossen. Ein direktes Feedback des Nutzerverhaltens, in visualisierter Form über den PC abrufbar, ist technisch realisierbar und kann zusätzlich einen positiven Einfluss auf umweltverträgliches Verhalten haben.

Bauvolumen
ca. 5.500 qm BGF
Bausumme
Kostenschätzung ca. 7,4 Mio € (netto) - Kostengruppen 200-700
Leistung

Teilnahme am Wettbewerb (30 Architekturbüros wurden zugelassen)